☼ Geburtstag | Niki de Saint Phalle

Catherine Marie-Agnés Fal de Saint Phalle wurde am 29. Oktober 1930 in Neuilly-sur-Seine (Paris) geboren.
Die Künstlerin, bekannt unter dem Namen Niki de Saint Phalle, schlug mit 17 eine Modelkarriere ein, nachdem sie aus den schwierigen Verhältnissen ihrer Familie geflüchtet war. Nach einer Kurzehe mit dem Schriftsteller Harry Mathews bewegte sie sich immer mehr in Künstler_innenkreisen und erregte 1961 durch eigene künstlerische Aktionen Aufsehen, in denen sie, wie sie selbst sagte “das Gemälde getötet” hat.

De Saint Phalle bereitete weiße Gipsbilder und Assemblagen vor, in denen sie Farbbeutel integrierte. Innerhalb einer Happening Aktion wurde mit Gewehren und anderen Schusswaffen auf diese Bilder geschossen. Dadurch platzten die Farbbeutel und ergossen sich über darunter liegende Leinwände.
Eine weitere Aussage der Künstlerin zu dieser Aktion:
“Ich schoss auf Papa, alle Männer, kleine Männer, große Männer, bedeutende Männer, dicke Männer, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter, auf mich selbst.”[1]

Im nächsten sehr frühen Werk von De Saint Phalle kommt es zu einer “metaphorischen Hinrichtungen im Sinne der Überwindung oder Durchdringung eines historisch vermittelten Menschenbildes”[2].

Niki de Saint Phalle, Heiliger Sebastian oder Porträt meines Geliebten, Assemblage aus Zivilisationsrequisiten des Mannes, 1962

Der Feind ist nicht, wie man vielleicht vermutet, der Mann selbst, der hier als „Märtyrer und Aggressionsobjekt zugleich“[3] fungiert, sondern sein Kopf. Der Kopf steht für die Künstlerin für eine „einseitig verstandesmäßig bestimmte Welt“[4].

International bekannt wurde Niki de Saint Phalle mit ihren Nanas. Dabei handelt es sich um “überdimensionierte, üppig geformte und bunt bemalte Urmütter”[5]
Die spektakulärste Nana befand sich im Moderna Museet in Stockholm, diese Nana war achtundzwanzig Meter lang und lag mit aufgestellten Beinen am Boden des Museums.
Durch die Vagina der schwangeren Figur konnten die Besucher_innen einen im inneren der Frauenfigur liegenden Raum betreten. In diesem Raum befand sich Kunst, ein kleines Kino und eine Milchbar.

nikidesaintphalle_honen katedral
entnommen aus: stalker.smagazine.com

Niki de Saint Phalle, Hon – en katedral (dt. Sie – eine Kathedrale), 1966
Durch die Vagina der schwangeren Figur konnten die Besucher_innen einen im inneren der Frauenfigur liegenden Raum betreten. In diesem Raum befanden sich Kunstwerke, ein kleines Kino und eine Milchbar.

Vielleicht nicht ganz so bekannt sind die Zeichnungen der Künstlerin, die jedoch in zahlreichen Publikationen Einzug gefunden haben

nikidesaintphalle_zeichnung
entnommen aus: stalker.smagazine.com

Niki de Saint Phalle, Could we have loved?, 1968

Empfehlungen:
– Niki de Saint Phalle: Wer ist das Monster – Du oder ich?, Dokumentarfilm. Regie: Peter Schamoni, D, 1996
– Carla Schulz Hoffmann (Hg.): Niki de Saint Phalle. Bilder – Figuren – Phantastische Gärten, München, 1997.
– Der Tarot-Garten (Giardino die Tarocchi) bei Capalbio in der Toskana
– Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Innenraumgestaltung von Niki de Saint Phalle.

miss viwi
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Video von einer Schießaktion

[1] HABERLIK, Christina/ MAZZONI, Diana, 50 Klassiker Künstlerinnen. Malerinnen, Bildhauerinnen und Photographinnen, 42008, Hildesheim, Gerstenberg Verlag.
[2] Joachim Heusinger von Waldegg, „Der Künstler als Märtyrer. Sankt Sebastian in der Kunst des 20. Jahrhunderts”, 1989.
[3] SCHULZ HOFFMANN, Carla, Die alles verschlingende Mutter – zum künstlerischen Konzept der Niki de Saint Phalle, in: SCHULZ HOFFMANN, Carla, Niki de Saint Phalle, Bilder – Figuren – Phantastische Gärten (AK, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 26. 3. – 21. 6. 1987), München, 1997, S.14.
[4] Ebd. S.14
[5] HABERLIK, Christina/ MAZZONI, Diana, 50 Klassiker Künstlerinnen. Malerinnen, Bildhauerinnen und Photographinnen, 42008, Hildesheim, Gerstenberg Verlag, S.255

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