{Kunst am Sonntag} | The Guerrilla Girls | Part II

In »{Kunst am Sonntag} The Guerrilla Girls | Part I« bin ich den Fragen nach gegangen, wer die Guerrilla Girls sind, warum sie Gorillamasken tragen, weshalb es diese Künstlerinnengruppe gibt und welche Art von Kunst sie produzieren.
In Part II möchte ich näher auf ihre künstlerisches Schaffen eingehen und dazu exemplarisch Werke aus ihrem Œuvre vorstellen.

Eine grundlegende Tätigkeit der Guerrilla Girls ist das Zählen und Sammeln von Fakten.

Die Guerrilla Girls zählen in Museen, Galerien, Ausstellungen, Filmen, Videos uvm. Die dadurch ermittelten, harmlos anmutenden, nackten Zahlen sagen etwas über unsere Gesellschaft aus, die Unterhaltungsindustrie, etwas über das Kunstgeschäft und die versteckten Mechanismen des Kunstbetriebes.
Zahlen als numerische Fakten decken Diskriminierung auf – SEXISMUS und RASSISMUS werden minimalistisch reduziert in abstrakter Form visualisiert.

Die Plakate »What do these artists have in common?« und »These Galleries show no more than 10 % woman artist or non at all.« (1985) zählen Künstler auf, die durch Galerien vertreten werden, welche 10% oder weniger Künstlerinnen zeigen.theseartists.jpg

thesegalleries.jpg
Das wohl berühmteste Plakat der Guerrilla Girls »Do Women have to be naked to get into the Met. Museum?« (1989) fragt, ob Frauen denn nackt sein müssen, um im Metropolitan Museum ausgestellt zu werden. Es zeigt, wie viele der künstlerischen Werke im Metropolitan Museum of Art von Künstlerinnen stammen und wie viele aller Werke nackte Frauen zeigen.

© Guerrilla Girls, 1989 /Do Women have to be naked to get into the Met. Museum?Weniger als 5 % der gezeigten künstlerischen Positionen der modernen Kunst waren von Frauen, allerdings waren 85 % aller nackt dargestellten Personen Frauen.

Das Plakat »Do Women have to be naked to get into the Met. Museum?« (1989) entstand auf Anfrage der Public Art Fund, New York [1]. Für das Public Art Fund New York war die Aussage des Plakates damals nicht klar genug und es wurde nicht präsentiert. Die Guerrilla Girls mietet daraufhin für die Präsentation des Plakats die Werbefläche eines Busunternehmens. Mit der Begründung, dass die Darstellung zu schlüpfrig sei und es erscheinen würde als hätte die dargestellte Dame mehr in ihrer Hand als einen Fächer, kündigte das Busunternehmen den Werbemietvertrag.

By the way: Bei der dargestellten Dame handelt es sich um »La grand Odalisque« von Jean Auguste Dominique Ingres aus dem Jahre 1814.

Ingres, La Grande Odalisque, 1814

Do women STILL have to be naked to get into the Met. Museum?
Müssen Frauen immer noch nackt sein, um ins Metropolitan Museum zu kommen?

Die Geschichte des Plakats geht weiter, denn sollte gedacht werden, die Zahlen haben sich seit damals stark verändert, beweisen die Guerrilla Girls mit neuen Zählungen in den Jahren 2005 und 2012, dass dem wohl nicht so ist.

© Guerrilla Girls, 2005 / Do Women have to be naked to get into the Met. Museum?© Guerrilla Girls, 2012 / Do Women have to be naked to get into the Met. Museum?Die aktuellste Version des Posters beschäftigt sich mit der Frage: Do women have to be naked to get into MUSIC VIDEOS while 99% of the GUYS are dressed? (2014)

© Guerrilla Girls, 2014 / Do woman have to be naked to get into music videos?

Müssen Frauen nackt sein, um in ein Musikvideo zu kommen, während 99% der Männer angezogen sind?
Das Poster bezieht sich auf ein Musikvideo von Robin Thicke.

Neben der Kunst- und Musikindustrie wird auch das Filmgeschäft mit Fakten und Zahlen durch die Guerrilla Girls aufgedeckt. Außerdem treten auch andere politische Themen durch die Guerrilla Girls in einen öffentlichen Kontext und die Künstlerinnengruppe schreibt auch Bücher …
Mehr dazu in »{Kunst am Sonntag} The Guerrilla Girls | Part III«

miss viwi


[1] Public Art Fund, New York ist eine non-profit Organisation. Ziel der Organisation ist es zeitgenössische Kunst durch frei zugängliche Ausstellungen oder Kunst im öffentlichen Raum einem großen Publikum zugänglich zu machen und dadurch auch die Entwicklung und Präsentation von zeitgenössischer Kunst zu fördern.

3 Gedanken zu “{Kunst am Sonntag} | The Guerrilla Girls | Part II

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