Österreichs Behörden versagen! | Gequälte Rinder – überforderte Landwirte – geprellte Konsument_innen | Kontrollen? – Nein! / EU-Subventionen – Ja!

Niederösterreich. Ein Fall von Tierquälerei in einem Rindermastbetrieb bringt schockierende Details der österreichischen Tierindustrie ans Licht.

Landwirt wegen Tierquälerei vor Gericht 
Der Landwirt eines Rindermastbetriebs aus Eggmanns, hielt die Rinder in seinem Hof an kurzen Ketten und das dauerhaft, die Folgen: Die Ketten wuchsen in das Fleisch der Kühe ein, wie schmerzhaft diese Verstümmelung sein muss, ist unvorstellbar.

Vor Gericht bekannte sich der Landwirt schuldig.
Die öffentliche Verhandlung wird morgen, den 2. Dezember im Bezirksgericht Waidhofen an der Thaya, Raiffeisenpromenade 2/1,  3830 Waidhofen an der Thaya, um 9 Uhr fortgesetzt.
Aktenzahl 2U27/14p-12.

Gesetzliche Situation
Das dauerhafte in Ketten legen von Rinder in einer Anbindehaltung ist laut Tierschutzgesetz (TSchG) verboten [1], jedoch wird diese Bestimmung durch einen untergeordneten Zusatz in der Tierhaltungsverordnung aufgehoben Die dauernde Anbindehaltung ist zulässig, wenn und insoweit eine Unterbrechung der Anbindehaltung gemäß § 16 Abs. 4 TSchG für den Tierhalter aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist.“ [2]

Kontrollen? – Nein! / EU-Subventionen – Ja! 
Die Gründe der jeweiligen Landwirt_innen, um das Verbot der Anbindehaltung zu umgehen, werden von keiner Behörde überprüft. Weiteres Skandal am Rande ist die Tatsache, dass es zivilen Personen verboten ist, die Situation auf Bauernhöfen und Tierfabriken zu überprüfen. Die österreichische Politik, allen voran die ÖVP ist stets darum bemüht, jegliches Engagement der Zivilbevölkerung zu kriminalisieren.
Die unkontrollierten und sich selbst überlassenen Betriebe werden mit Steuergeldern der getäuschten Konsument_innen subventioniert.

Die Tierschutzorganisation Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat diesen Fall aufgedeckt, zur Anzeige gebracht und prüft nun, ob die Volksanwaltschaft einschreiten kann.
Elmar VÖLKL vom Verein Gegen Tierfabriken (VGT) ist empört über die Situation: „Offenbar wird unser Steuergeld in Form von Subventionen bedingungslos und ungeschaut an alle Tierfabriken verteilt – egal, wie die Tierhaltung aussieht. Und anscheinend ist es auch kein Problem Rinder trotz Verbot ganzjährig anzubinden: Man muss nur ungeprüft behaupten, dass man Angst vor den Tieren, keine Möglichkeit für eine Weidehaltung oder kein Geld für einen Umbau habe.“[3]

Die Rinder konnten dank des Einsatzes einzelner couragierter Menschen befreit werden und befinden sich nun auf einem österreichischen Gnadenhof.
Elmar Völkl ist begeistert vom zivilgesellschaftlichen Engagement: „Ohne investigativen Journalismus würden diese Tiere noch immer ungesehen leiden!“

[1] § 16 Abs (3) „Die dauernde Anbindehaltung ist verboten.“ Entnommen aus: Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), © 2014 Bundeskanzleramt Österreich
[2] 1. Tierhaltungsverordnung, 2.2 Bewegungsfreiheit. Entnommen aus: Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), © 2014 Bundeskanzleramt Österreich
Quellen:
Update: Kettenrinderquäler vor Gericht – VGT sieht massives Kontrolldefizit
Ankündigung: Kettenrinder-Tierquäler kommt vor Gericht
Alle Bilder entnommen aus: http://www.vgt.at

Alle Artikel der Tierschutzorganisation zum Thema:
Schwere Tierquälerei in Waldviertler Rinderhaltung: Amtliche Kontrollen versagen;
Tierschützerisches Eingreifen notwendig

Kettenrinder im Waldviertel: Behörde interveniert nach vier Tagen unnötigem Leid
Engagierte BürgerInnen versuchen die sinnlose Notschlachtung der Waldviertler Kettenrinder zu verhindern
VGT vor Ort beim Rinderquäler aus Eggmanns
Zweites Leben für die Waldviertler Kettenrinder in Gut Aiderbichl

6 Gedanken zu “Österreichs Behörden versagen! | Gequälte Rinder – überforderte Landwirte – geprellte Konsument_innen | Kontrollen? – Nein! / EU-Subventionen – Ja!

  1. Nun liebe miss viwi – was soll mensch da sagen, schreiben …
    Gefällt mir habe ich gedrückt, weil ich es so wichtig finde, dass
    du in deinem Blog nicht müde wirst aufzuklären….
    Danke für deine wertvolle Arbeit die sehr viel abverlangt.
    Ich wünsche mir, dass die Menschheit endlich erwacht.
    Aber leider sehen so viele nicht hin – sie erkennen die Problematik
    und das Verbrechen dahinter nicht – wollen es nicht erkennen,
    denn dann müssten sie auch ihr Leben ändern. Sie sagen lieber:
    Was kann ich schon dagegen tun!*
    Aber sie regen sich auf wenn Menschen Weihnachten feiern die aus der Kirche ausgetreten sind – das habe ich gestern gelesen
    und bin schockiert. Und das sind genau die, denen so etwas was du schreibst vollkommen egal ist,
    weil diese Tiere eben Nutztiere sind…
    Alles Liebe dir, Gesundheit, Segen, Wohlergehen.
    MM.

    1. Liebe M.M!
      Vielen Dank für dein Kommentar und dein positives Feedback zu meiner Bloggerinnentätigkeit.

      Es muss auf vielen Ebenen eine Veränderung stattfinden, es handelt sich hier nämlich nicht um wenige unglückliche Ausnahmen oder einen besonders bestialischen Landwirt, sondern dahinter steckt ein System, dass es zu durchbrechen gilt. Die betroffenen Menschen dieses Systems sind, wie dieser Fall klar macht, Konsument_innen, Landwirt_innen und völlig ausgelieferte Tiere.

      Wie du richtig sagst, jede_r Einzelne kann bei sich selbst anfangen, um eine Veränderung voranzutreiben.

      „Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst.“ (Mahatma Gandhi)

      hab einen schönen Tag
      liebe Grüße
      viwi

  2. So viele Dinge werden vom Staat geprüft, bevor man Geld bekommt, aber hier wird so versagt. Diese Willkür macht mich immer wieder wütend. Wenn ich Subventionen bekomme, dann muss ich auch mit Überprüfungen einverstanden sein, wenn alles OK ist, kann ich das ja ruhig machen lassen. Viele Berufssparten werden von irgendwelchen Organisationen überprüft, da schreit kein Mensch, aber wenn die Landwirte kontrolliert werden, dann geht das Gezeter los. Wieso wird da mit zweierlei Maß gemessen.
    Und was an die Öffentlichkeit kommt, ist bestimmt nur ein kleiner Teil.
    LG Marlies

    1. Hallo Marlies!
      Ganz sicher ist dies die Spitze eines Eisbergs. Umso wichtiger ist die Verbreitung der Tatsache, dass die, dem_der Konsument_in, viel versprochenen Kontrollen nicht stattfinden. Berichten zufolge wird so ein Betrieb höchstens alle 50 Jahre kontrolliert, natürlich nicht nur aus reiner Willkür, sondern weil zu wenig Personal zur Verfügung steht, das zur Verfügung stehende Personal ist, wie schon oft bekannt wurde, gar nicht gewillt Missstände aufzuzeigen. Einzelne kritische Amtstierärzte oder Tierschutzbeauftrage verloren schon ihren Job, weil sie nicht weggesehen haben. Dieser Betrieb soll 14.000€ im Jahr von der EU erhalten haben.
      Kontrollen durch Tierschutzvereine und zivile Personen werden kriminalisiert und die Landwirte als arme, in ihrer Privatsphäre gestörten Menschen hingestellt. Die Konsument_innen tierlicher Produkte und auch alle anderen müssen endlich Zeichen setzen, dass diese Volkstäuschung nicht geduldet wird.
      Die Menschen sind zu naiv und gutgläubig, der Mythos von glücklichen Tieren am Bauernhof muss endlich durchbrochen werden. Es handelt sich hier nicht um schwarze Schafe der Tierindustrie oder um einen besonders bestialischen Landwirt, sondern um die tagtägliche Realität in der Herstellung sämtlicher tierlicher Produkte.

      liebe Grüße
      viwi

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